Brustkrebs ist in den westlichen Industrieländern die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

In Deutschland betrifft die Diagnose jede achte bis zehnte Frau – dies sind jährlich ca 72.000 Neuerkrankungen an Brustkrebs. . Das Brustkrebsrisiko nimmt ab dem 40. Lebensjahr zu und ist am grössten im Alter zwischen 55 und 65 Jahren. Noch sterben jedes Jahr 17.000 bis 18.000 Frauen an dieser Krankheit.

Dies muss und darf nicht so bleiben !!

Die wichtigsten bildgebenden Früherkennungsmassnahmen sind die Mammographie ( = Röntgenaufnahme der Brust ) und der hochauflösende Ultraschall der Brust .

Die Mammographie gibt Informationen über verschiedene Strukturveränderungen des Brustdrüsengewebes und erlaubt als einzige Methode eine zuverlässige Erkennung von Mikroverkalkungen ( = Verkalkungen , die nur mit Hilfe einer Lupenvergrösserung auf dem Mammographiebild erkennbar sind , sie messen nur Bruchteile eines Millimeters)

Insbesondere Frauen mit einem dichten Brustdrüsengewebe benötigen ergänzend unbedingt eine Ultraschalluntersuchung (US) der Brust; hier hat der hochauflösende Ultraschall einen sehr hohen Stellenwert Der US dient in klassischer Weise zur Abgrenzung zwischen verdächtigem Herdbefund und harmloser Zyste. Einen grossen Stellenwert hat der US ausserdem bei der Beurteilung der Lymphknotenstationen, die durch die Mammographie nicht ausreichend erfasst werden können.

Mit dem US sollte man entsprechend der internationalen Expertenempfehlungen ab dem 30. Lebensjahr beginnen und dies jährlich wiederholen.

Eine Frau, die keiner Risikogruppe angehört, sollte mit ca. 35 – 40 Jahren eine erste Mammographie ( sog. Basis-Mammographie ) durchführen lassen. Ab dem 40. Lebensjahr sollte die Mammographie im Abstand von 1 ½-2 Jahren wiederholt werden.

Diese beiden kleinen Karzinome waren lediglich im Brustultraschall erkennbar, nicht jedoch in der Mammographie

Brustkrebs macht zumindest im Frühstadium normalerweise weder Schmerzen noch andere typische Beschwerden. Es gibt aber einige Anzeichen, die auf einen Brustkrebs hindeuten können, und deshalb immer abgeklärt werden müssen :

  • alle neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen in der Brust,
  • Einziehung der Brustwarze oder der Haut, insbesondere beim Anheben der Arme,
  • Hautveränderungen der Brustwarze oder des Warzenvorhofes,
  • Farbige Absonderungen aus der Brustwarze, insbesondere blutige.
  • plötzlich auftretende Rötungen einer Brust, auch wenn diese nicht schmerzen.
  • Knoten in der Achselhöhle von über 1 cm Größe.

Trotz allem sind diese Veränderungen meist harmloser Natur und nicht automatisch ein eindeutiger Hinweis auf einen Brustkrebs.
Letztendlich müssen diese Auffälligkeiten zügig abgeklärt werden.
Häufigster Lokalisationsort befindet sich beidseits oben aussen

Wir wissen heute, dass die Selbstuntersuchung der Frau diagnostisch nur wenig zur Früherkennung beiträgt.

Sie sorgt aber immer wieder für eine gesteigerte Aufmerksamkeit : „ Aha , ich fühle hier einen Knoten „ bedeutet, dass sich die Frau anschliessend zur Sicherheit an einen Arzt wendet.
Im Kampf gegen den Brustkrebs wird Frauen empfohlen, regelmäßig die eigene Brust abzutasten, um frühzeitig Tumore zu erkennen und somit die Sterblichkeitsrate senken zu können.
Doch die Erwartungen, die man in diese Massnahme setzte, wurden durch die Ergebnisse einer neuen Studie relativiert. Diese besagt, dass die Sterblichkeitsrate durch ein regelmäßiges Abtasten der Brust nicht beeinflusst werden kann.
Amerikanische Forscher untersuchten über elf Jahre 266.064 chinesische Frauen. Für die Studie wurden zwei Gruppen gebildet: Eine Gruppe (n = 1 32.979) bekam eine Einweisung, wie die Brust fachgerecht zu untersuchen ist, die andere Gruppe (n=133.085) erhielt keine Informationen zur Früherkennung. Der ersten Unterweisung folgten erneute Anleitungskurse ein und drei Jahre später. Zudem untersuchten die Frauen alle sechs Monate ihre Brust unter medizinischer Anleitung.
In der Untersuchungsgruppe starben 135 Frauen (0,10%) an Brustkrebs, in der Kontrollgruppe 131 (0,10%). Jedoch wurden in der Untersuchungsgruppe mehr gutartige Brusterkrankungen diagnostiziert als in der Kontrollgruppe.
( Thomas DB et al. J Natl Cancer Inst 19 (2002): 1445-57 )

Unabhängig von einem solchen Untersuchungsergebnis bleibt die Selbstuntersuchung die einzige Früherkennungsmassnahme, die eine Frau ohne fremde Hilfe durchführen kann; alleine deshalb halte ich es für mehr als sinnvoll, diese Methode auch regelmässig zu nutzen, solange man (Frau) sich dessen bewusst bleibt, dass die Abtastung immer nur die „halbe Wahrheit„ darstellt und bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Mammographie unbedingt notwendig sind, um eine Sicherheit von ca. 98 % erreichen zu können.

  • Sinnvollerweise sollte die Brust - solange noch ein monatliche Blutung erfolgt - kurz nach der Blutung abgetastet werden, da dann das Drüsengewebe am besten zu tasten ist.
  • Stellen Sie sich vor den Spiegel und lassen Sie die Arme hängen. Betrachten Sie Ihre Brüste. Ist eine der Brüste größer geworden, hat sich ihre Form verändert, haben sich die Haut oder die Brustwarzen verändert?
  • Heben Sie die Arme über den Kopf. Betrachten Sie Ihre Brüste von vorne und von beiden Seiten. Entdecken Sie Unregelmäßigkeiten? Erkennen Sie Dellen, Falten oder Erhöhungen, die Ihnen bislang nicht aufgefallen waren? Liegen die Brustwarzen auf etwa gleicher Höhe? Legen Sie nun die Arme auf den Kopf und betrachten Sie Ihre Brüste. Das gleich nochmals mit auf die Hüfte gestützten Armen wiederholen.
  • Streichen Sie mit der rechten Hand mit Druck kreisförmig über die linke Brust
  • Streichen Sie von der Brustwarze nach außen und umgekehrt. Ertasten Sie kleine Knötchen? Führen Sie die Untersuchung der rechten Brust mit der linken Hand durch.
  • Tasten Sie beide Achselhöhlen mit der jeweils gegenüberliegenden Hand nach Knötchen ab.
  • Drücken Sie ein wenig gegen beide Brustwarzen. Sondern diese ein milchiges, wässriges oder blutiges Sekret ab?

Haben Sie Veränderungen an Ihrer Brust entdeckt, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Die meisten Knoten sind nur gutartige Verhärtungen des Gewebes. Sie sollten dennoch Ihre Beobachtungen mit Ihrem Frauenarzt besprechen. Bei einem begründeten Verdacht wird er weitere Untersuchungen vornehmen.

Die Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Früherkennung von Krebserkrankungen ( „ Krebsfrüherkennungs-Richtlinien „) stammen vom 26.4.1976 ( 1. Fassung )

Hinsichtlich der Früherkennung von Brustkrebs hat eine Frau gemäss dieser Richtlinien lediglich einen Anspruch auf die ärztliche Abtastuntersuchung ab dem 30. Lebensjahr und die Anleitung zur regelmässigen Selbstuntersuchung

Der insbesondere für Frauen mit sehr dichtem Druesengewebe wichtige Brustultraschall ist bisher nicht vorgesehen; aus diesem Grunde werden die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen.

Die Kostenübernahme für die Früherkennungs-Mammographie - d.h. eine Mammographie ohne dass Beschwerden oder sonstige Auffälligkeiten vorliegen - erfolgt neuerdings im Rahmen des Mammographie-Screenings für Frauen vom 50. bis zum 69. Lebensjahr.

Unverändert erfolgt die Kostenübernahme für eine Mammographie unabhängig vom Alter, wenn weiter abzuklärende krebsverdächtige Auffälligkeiten gefunden werden ( sog. Kurative Mammographie ) .

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