Die Geburt ist ein unvergleichliches Ereignis für alle Beteiligten. Moderne Geburtshilfe ist in der Lage, das Risiko für Mutter und Kind auf ein Minimum zu senken und die Geburtsschmerzen in jeder Situation zu lindern oder ganz zu eliminieren.

Bei regelmässigen, kräftigen Wehen. Gerade bei der ersten Schwangerschaft ist es nicht immer einfach, zwischen Vorwehen und Geburtswehen zu unterscheiden. Geburtswehen kommen alle 3 bis 5 Minuten und sind in der Regel so stark, dass man während der Wehe nicht sprechen kann.

Bei Blasensprung. Dabei entleert sich plötzlich milchige Flüssigkeit aus der Scheide.

Geburtswehen sind schmerzhaft, aber keine Schwangere kann voraussagen, wie gut sie die Wehen wird "verarbeiten" können. Allgemein empfehle ich, ohne allzu feste Vorsätze in die Geburt hineinzugehen (ich will auf keinen/jeden Fall dies oder jenes). Viele Gebärende berichten nämlich, dass die Geburt ganz anders verlief als erwartet .

Folgende Möglichkeiten sind gegeben :

  • Homöopathische Mittel
  • Akupunktur
  • Zäpfchen, Tabletten
  • Injektion (Spritze) von Schmerzmitteln in die Vene oder in den Muskel
  • Teilnarkose (Rückenmarknarkose, Periduralanästhesie = PDA). Wirksamste Schmerzlinderung, wobei die Gebärende dank neuen Medikamenten ihre Beine nach wie vor spürt und oft auch kürzere Strecken gehen kann

Im Vergleich zu den meisten Tierarten ist die Geburt beim Menschen relativ kompliziert. Einerseits ist der Kopf im Laufe der Evolution infolge des Gehirnwachstums relativ gross geworden im Vergleich zum Körper, andererseits beschreibt der Geburtsweg einen Knick um 90 Grad. Dieser Knick kam zustande, als unsere Vorgänger von der Fortbewegung auf allen Vieren zum aufrechten Gang wechselten.

Eintreten des Köpfchens ins Becken. Dabei muss es quer eingestellt sein, d.h. die Augen des Kindes schauen nach links oder nach rechts.

Tiefertreten des Köpfchens, Beugung im Nacken und Drehung des Gesichts zum Boden hin.

Durchtritt des Köpfchens unter dem Schambein (helles Oval) in maximal gebeugter Stellung.

Das Köpfchen ist geboren. Es folgt dann eine weitere Drehung um 90 Grad zur Geburt der Schultern und des übrigen Körpers.

Lauwarmes Wasser wirkt entspannend und schmerzlindernd; der Auftrieb im Wasser trägt den Körper der Gebärenden. In der Eröffnungsperiode des Muttermundes ist ein Bad deshalb häufig von Vorteil. Wenn bestimmte geburtshilfliche Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Gebärende auch für die folgende Austreibungsperiode (Presswehen) und die Geburt selbst im Wasser bleiben. Die Wassergeburt ist risikolos, wobei einige Regeln beachtet werden müssen. Auch im Wasser kann mittels spezieller Elektroden ein CTG aufgezeichnet und so die Herztöne kontrolliert werden. Das Kind kann nicht ertrinken, weil das Signal zum ersten Atemzug erst gegeben wird, wenn die Gesichtshaut mit Luft in Berührung kommt. Deshalb wird das Kind vollständig unter Wasser entwickelt und dann aus dem Wasser gehoben.

Es gibt viele Möglichkeiten, nur durch Ausprobieren kann man die für sich selbst beste Methode herausfinden ( also : seien Sie experimentierfreudig ):

  • Gebärbett (halbsitzend)
  • Maya-Hocker (kleiner Schemel am Boden)
  • Roma-Rad (eine Art Schaukel)
  • Gebärwanne

In der letzten Geburtsphase wurde früher fast routinemässig der Damm seitlich eingeschnitten, um den Durchtritt des kindlichen Köpfchens zu beschleunigen und zu erleichtern. Dieser Dammschnitt (Episiotomie) wird heute viel gezielter eingesetzt:

  • dem Kind zuliebe: bei "schlechten" (langsamen) Herztönen, um die Geburt rascher zu beenden
  • der Mutter zuliebe: um ein unkontrolliertes Einreissen des Damms zu verhindern (beispielsweise bei grossem Köpfchen und straffem Damm)

Ärzte wie Hebammen sind in den Kliniken durchwegs bestrebt, durch sorgfältigen Dammschutz möglichst ohne Dammschnitt auszukommen. Sollte dabei ein kleiner Dammriss auftreten, so heilt dieser mindestens so gut wie ein Schnitt. Wenn doch ein Dammschnitt notwendig ist und der Damm lang genug ist, bevorzugt man den Dammschnitt in der Mitte (mediane Episiotomie), weil er weniger Schmerzen verursacht als der Dammschnitt zur Seite hin. Dieser Dammschnitt wird nach der Geburt in örtlicher Betäubung vernäht, sodass Sie davon nichts mitbekommen werden.

Ist der Muttermund vollständig eröffnet und das kindliche Köpfchen fast geboren, kann die Geburt mit Hilfe eines Instrumentes "beendet" werden. Dies ist bei zu langsamen Herztönen des Kindes oder bei Erschöpfung der Mutter sinnvoll. Entweder mit der Saugglocke (Vakuum) oder mit der Zange (Forceps) wird schonend am kindlichen Köpfchen unter geringem Zug der Weg gewiesen, bis es geboren ist und der übrige Körper normal entwickelt werden kann. Angst vor Saugglocke und Zange sind unbegründet; die Kunst der Geburtshilfe besteht darin, diese Instrumente gezielt, ohne Gewalt und ohne Schaden von Mutter und Kind einzusetzen.

Die Saugglocke ist ein flexibler Silikonschlauch, der sich dem Köpfchen des Kindes anpasst und mit einer Vakuumpumpe verbunden wird

Die Zangengeburt läuft prinzipiell gleich ab wie die Saugglocken-Geburt. Die beiden Zangenblätter werden wie ein schützender Käfig um das Köpfchen des Kindes gelegt. Auch hier wird das Köpfchen mit sanften, nach links und rechts wippenden Bewegungen entwickelt.

Wenn die Geburt auf normalem Wege nicht möglich oder zu riskant für Mutter oder Kind ist, wird der Kaiserschnitt (Sectio caesarea) durchgeführt. Mit einem queren Schnitt oberhalb der Schamhaare werden Haut, Muskeln und Gebärmutterwand durchtrennt, um das kindliche Köpfchen fassen und entwickeln zu können.

Der Kaiserschnitt ist eine Routineoperation und dauert in der Regel 25 bis 40 Minuten. Ausser in extremen Notfallsituationen wird die Teilnarkose (Peridural- bzw. Spinalanästhesie) bevorzugt. Die werdende Mutter ist also wach, der Vater sitzt häufig am Kopfende des Operationstisches. Sobald das Kind geboren ist, wird es vom Kinderarzt kontrolliert und den Eltern gebracht, während die Ärzte die Operationswunde verschliessen. Dadurch versuchen wir, ein ähnlich harmonisches Geburtserlebnis wie bei der "normalen" Geburt zu schaffen.

Was ist ein geplanter Kaiserschnitt ?

Wenn man im voraus weiss, dass ein Kaiserschnitt notwendig sein wird (zum Beispiel bei Steisslage des Kindes), so wird das Datum der Operation rechtzeitig geplant (sog. Plansectio). Der geplante Kaiserschnitt wird eine bis zwei Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin vorgenommen. Auf diese Weise kann man in aller Ruhe alle notwendigen Vorbereitungen treffen und muss nicht wie in unmittelbarer Terminnähe mit Wehen rechnen, die dann evtl. höhere Eile fordern. Bekommt die Schwangere vorher Wehen, tritt sie in die Klinik ein, und der Kaiserschnitt wird vorgezogen.

Bethesda-KH

Klinikum Duisburg

St. Anna KH Huckingen

St. Johannes Hospital Hamborn

Johanniter KH Rheinhausen

Die TelNrn. finden Sie unter Die Praxis Das liegt mir am Herzen

Wie lange soll man im Krankenhaus bleiben?

Nach einer normalen Geburt ca. 2-3 Tage, nach einem Kaiserschnitt etwa eine Woche. Insbesondere nach der ersten Geburt soll man die Gelegenheit nutzen, von den Wochenbettschwestern möglichst viele Tips zum Stillen und zur Säuglingspflege zu erhalten. Die Schlusskontrolle in der Praxis empfehlen wir sechs bis acht Wochen nach der Geburt; bei dieser Gelegenheit wird wieder der Krebsabstrich vorgenommen und die Empfängnisverhütung besprochen

Der Begriff „ Wochenbett „ bezeichnet die ersten sechs Wochen nach der Geburt und bedeutet eine intensive Zeit der Anpassung und Rückbildung. Gönnen Sie sich etwas Ruhe und Erholung. Etwa drei Tage nach der Geburt setzt die Produktion der Muttermilch voll ein (sog. Milcheinschuss). In dieser Zeit sind die Wöchnerinnen häufig traurig, reizbar, insgesamt sehr empfindsam. Dieser sogenannte Baby-Blues ist eine absolut normale Erscheinung und hängt wahrscheinlich mit der hormonellen Umstellung zusammen.

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