Bei Kinderwunsch sollten Sie ein Beratungsgespräch vereinbaren, in dem ich mir ausreichend Zeit für Sie und Ihren Partner nehmen werde, um Ihnen Fragen zu beantworten und wichtige Informationen vermitteln zu können.

Bringen Sie Ihr Impfbuch mit, sodass ich eventuell zügig Impflücken durch eine Impfung schliessen kann. Impfungen werden von den Krankenkassen in jedem Alter übernommen, sodass Ihnen dadurch keine Kosten entstehen. Wichtig ist hier insbesondere die Prüfung eines ausreichenden Rötelnschutzes. Aber auch andere Infektionen können in der Schwangerschaft Probleme bereiten, sodass man prüfen sollte, gegen welche Infektionen Sie einen ausreichenden Schutz haben ( Windpocken, Cytomegalie, Ringelröteln, Toxoplasmose )

Bereits mit Eintritt der Schwangerschaft wird die Einnahme von 0,4 mg Folsäure pro Tag zur Verminderung des Risikos auf Spina bifida (sog. "offener Rücken") empfohlen. Präparate wie „Folio“ sind in der Apotheke frei käuflich zu erhalten.
Hierzu erhalten Sie in der Praxis ein gesondertes Informationsblatt.

Sterilität ist das Ausbleiben einer Schwangerschaft über zwei Jahre bei einem sexuell aktiven Paar ohne Anwendung von Empfängnisverhütung (Scientific Group on the Epidemiology of Infertility der WHO 1991). Sterilität bedeutet das Unvermögen, schwanger zu werden.

Infertilität ist das Unvermögen, eine Schwangerschaft auszutragen.

Beide Partner können „ verantwortlich „ sein

Bei etwa 80 % der Paare tritt nach 1 Jahr „ des Übens“ eine Schwangerschaft ein.

Die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit verteilen sich nahezu gleich auf Mann und Frau.
Bei etwa einem Drittel der Paare tragen beide Partner zum unerfüllten Kinderwunsch bei.

In etwa 15% der Fälle kann sowohl bei der Frau als auch beim Mann keine Ursache der Sterilität gefunden werden ( sog. idiopathische Sterilität ).

Geschätzt wird , dass in Deutschland 6 – 15% der Paare dauernd oder vorübergehend ungewollt kinderlos sind.

Die Ursachen sind vielfältig !

So können Umweltfaktoren wie beispielsweise eine erhöhte Schadstoffbelastung durch Schwermetalle und Pestizide , aber auch der zu hohe Genuss von Alkohol , Nikotin und Koffein sich negativ auswirken. Auch die zunehmenden Stressfaktoren unserer modernen schnelllebigen Welt haben Einfluss auf den weiblichen und männlichen Hormonhaushalt.

Aber auch verschiedenste organische Ursachen bei beiden Partnern müssen als mögliche Verursacher in Betracht gezogen werden. Die „Ursachenforschung“ bedarf eines eingehenden Gespräches mit beiden Partnern. Daraus ergeben sich dann schon häufig die weiter durchzuführenden Massnahmen und Untersuchungen.

Hier steht an erster Stelle die gynäkologische Untersuchung mit Überprüfung der Gebärmutter und der Eierstöcke. Des weiteren sollte nach durchgemachten Infektionen gefahndet werden; insbesondere eine Chlamydien-Infektion kann zur Verklebung der Eileiter führen. Eventuell wird auch eine Bauchspiegelung erforderlich, um die Eileiterdurchgängigkeit zu prüfen und um eine Endometriose auszuschliessen.

Einen hohen Stellenwert in der Diagnostik hat die Hormonanalyse.

Des weiteren bietet sich zur Überprüfung des Zyklusverlaufes ein sog. Zyklusmonitoring an, dass aus Ultraschalluntersuchung kombiniert mit Hormonanalysen besteht. Hier kann man die Dicke der Gebärmutterschleimhaut und die Grösse der sprungreifen Eizelle messen ( eine reife Eizelle misst über 20 mm ).

Da insbesondere bei übergewichtigen Frauen der Eintritt einer Schwangerschaft erschwert sein kann, sollte hier mittels Glucosetoleranz-Test ein versteckter Diabetes angeklärt werden.

Hier steht als wichtigste diagnostische Massnahme das Spermiogramm an vorderster Stelle. Dies sollte vorliegen, bevor bei der Partnerin weitergehende Untersuchungen vorgenommen werden. So ist es beispielsweise uninteressant, ob die Eileiter durchgängig sind, wenn aufgrund einer sehr schlechten Spermienqualität auf ein Verfahren der „künstlichen Befruchtung „ umgestellt werden muss; somit erübrigt sich in einer solchen Situation eine Bauchspiegelung.

Näheres dazu dann im Gespräch.

Bei gutem Spermiogramm, regelmässigem Zyklus und intakten Eileitern sowie nicht lange bestehendem Kinderwunsch reicht zunächst ein Zyklusmonitoring aus , ggf. kann man den Eisprung gezielt auslösen.

Eine Zyklusstimulation unter Einnahme bestimmter Medikamente sollte dann erfolgen, wenn Zyklusstörungen bzw. Störungen der Eizellreifung aufgefallen sind. Ein bekanntes Medikament, dass hier bei guter Verträglichkeit Anwendung findet ist Clomifen.

Unter einer »künstlichen Befruchtung« versteht das deutsche Sozialgesetzbuch die Insemination, die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

Näheres dazu dann im Gespräch.

Am 22.1.2004 traten die Richtlinien über ärztliche Massnahmen zur künstlichen Befruchtung mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Nach diesen Richtlinien dürfen Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung bei bestehender Erfolgsaussicht nur noch wie folgt durchgeführt werden:
Anspruch besteht nur für diejenigen verheirateten GKV-Versicherten, die das 25. Lebensjahr vollendet haben; der Anspruch besteht nicht für weibliche Versicherte, die das 40. und für männliche Versicherte, die das 50. Lebensjahr vollendet haben.

Vor einer künstlichen Befruchtung muss der Krankenkasse zur Genehmigung ein Behandlungsplan vorgelegt werden.

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