Ich persönlich halte den Begriff „Krebsvorsorge“ für etwas unglücklich und würde ihn gerne durch die Bezeichnung „Krebsfrüherkennung“ ersetzen.

Sie !! betreiben tagtäglich „Krebsvorsorge“, indem Sie sich vernünftig und sinnvoll ernähren, ausreichend schlafen, viel bewegen, nicht rauchen etc.

Meine Aufgabe besteht darin, durch verschiedene „Krebsfrüherkennungs-Massnahmen“ ein hohes Maß an Sicherheit herzustellen.

Die Krebsvorsorge dient der Früherkennung einer Krebserkrankung in einem heilbaren Stadium

Eine bösartige Neubildung im Körper des Menschen wird im Allgemeinen als Krebs oder Tumor bezeichnet.

Die Bezeichnung "Krebs" steht für eine Gruppe ganz unterschiedlicher bösartiger Erkrankungen, die eines gemeinsam haben: die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes.

Was daraus entsteht, ist ein Tumor, auch Geschwulst genannt. Das Wort "Tumor" bedeutet eigentlich nur "Schwellung" und ist keineswegs gleichbedeutend mit Bösartigkeit. Es gibt also auch gutartige Tumoren. Der häufigste gutartige Tumor in der Brust einer Frau ist z.B. das Fibroadenom.

Bösartige Tumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie der normalen Wachstumskontrolle des Organismus entzogen sind. Die "entarteten" Zellen vermehren sich ungebremst. Sie wachsen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es, können in Blutbahnen und Lymphgefäße eindringen und mit dem Blut- und Lymphstrom in andere Körperregionen verschleppt werden. Dort können sie sich ansiedeln und sich weiter vermehren - es entstehen Tochtergeschwülste , sog. Metastasen.

Die Ursache für die Entstehung von Krebs liegt in einer Veränderung im Erbmaterial von Körperzellen, die zur Fehlsteuerung des Wachstums führt. In der Regel müssen viele Faktoren, äußere und innere, zusammenwirken, um aus einer gesunden Zelle eine Krebszelle werden zu lassen.

Äußere Einflüsse, die zur Auslösung einer Krebserkrankung beitragen können, sind Tabakrauch, die ultravioletten Strahlen der Sonne, radioaktive Strahlung, bestimmte Schimmelpilze auf Lebensmitteln, Fehlernährung, einige Virusinfektionen oder manche Chemikalien etc.

...

In Deutschland starben 2010 insgesamt 218 889 Menschen an einer Krebserkrankung, davon 118 202 Männer und 100 686 Frauen. Das teilte das Statistische Bundesamt zum Weltkrebstag am 4. 2.2013 mit.

Krebs verursacht damit ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland. Wie schon in den Vorjahren waren Lungen-und Bronchialkrebs die am häufigsten festgestellten Krebsarten mit Todesfolge, gefolgt von Brustkrebs.

An dritter und vierter Stelle standen Krebserkrankungen des Dickdarms und der Bauchspeicheldrüse.

Etwa ein Viertel aller an Krebs Gestorbenen war jünger als 65 Jahre. In der Altersgruppe der 45-bis 65-jährigen gingen 41,6 % der Todesfälle auf eine Krebserkrankung zurück.

Bei den 1- bis unter 15-jährigen war Krebs die häufigste natürliche Todesursache. 192 Kinder erlagen einem Krebsleiden, das waren 16,5 % aller Gestorbenen dieser Altersgruppe.

2010 wurden rund 1,5 Millionen an Krebs erkrankte Patienten stationär im Krankenhaus aufgenommen. Die häufigste Diagnose bei Frauen war Brustkrebs, bei Männern Lungen-und Bronchialkrebs.

Dank des ständigen medizinischen Fortschrittes sind heute viele Krebserkrankungen bei frühzeitiger Entdeckung und Behandlung heilbar . Etwa die Hälfte kann durch verbesserte Vorbeuge-Massnahmen ( gesunde Ernährung, Sport, wenig Alkohol, nicht rauchen ....) und durch eine gezielte Früherkennung vermieden bzw. erfolgreich und dauerhaft behandelt werden. Dazu gehören auch die meisten gynäkologischen Krebserkrankungen.

Leider !! nehmen nur 50 % aller Frauen und nur 20 % aller Männer in Deutschland an Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung teil .

Einige Krebsarten entstehen über Vorstufen. Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen können diese entdeckt und direkt beseitigt werden (z.B. Darmspiegelung), bevor überhaupt eine Krebserkrankung entstehen kann. Früherkennungsuntersuchungen sollten regelmäßig durchgeführt werden, auch wenn keine akuten Beschwerden bestehen. In den meisten Fällen sind die Heilungschancen deutlich besser, wenn die Krebserkrankung in einem frühen Stadium entdeckt wird.

Also: Früherkennungsmassnahmen machen wirklich Sinn

© 2017 - Frauenarzt J. Kinnling - Impressum - Besuch uns auch auf Facebook