Zwischen den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und den ärztlichen Empfehlungen hinsichtlich sinnvoller Vorsorgemassnahmen klafft eine immer grössere Lücke.

Für die einfache Vorsorgeuntersuchung der Brust und Genitalorgane übernimmt Ihre gesetzliche Krankenkasse die Kosten; allerdings umfasst dies allein das Abtasten der Brust und des kleinen Beckens, um gutartige sowie bösartige Tumore ausschließen oder frühzeitig entdecken zu können. Eine Ultraschalluntersuchung – die wohl wichtigste Methode zur Früherkennung - zahlt die gesetzliche Krankenkasse allerdings nicht!

Je mehr die gesetzlichen Krankenkassen ihre Leistungen beschränken, desto mehr sprechen sie sich gegen die individuellen Gesundheitsleistungen ( = IGel-Leistungen) aus.

Warum ist das so ?

Die Antwort ist einfach :

Würden die Kassen diese Zusatzleitungen befürworten, wäre das ein klares Eingeständnis, dass die gesetzlich Regelversorgung im Bereich der Früherkennung wirklich nur ein Grundprogramm darstellt. Dies ist natürlich besser als Nichts, liegt aber von einer machbaren Optimalversorgung weit entfernt

Die Krebsvorsorge-Richtlinien zum runterladen :

http://www.g-ba.de/downloads/62-492-510/RL_KFU_2010-12-16.pdf

Zur Optimierung Ihrer Krebsvorsorge bieten wir Ihnen innovative diagnostische Zusatz-Leistungen, die Sie als Selbstzahler(Wahl)leistungen in Anspruch nehmen können.

Nachfolgend eine Übersicht über unser Erweitertes Vorsorge Angebot „EVA“ :

  • Brustkrebsvorsorge ( 3D-Brust-Ultraschall)
  • Digitale Mammographie
  • Vaginal-Ultraschall in 3D-Technik
  • Darmkrebsvorsorge mittels immunologischem Stuhltest
  • Harnblasenkrebsvorsorge (NMP22)
  • HPV-Diagnostik
  • HPV-Impfung
  • Chlamydien-Test
  • Blutuntersuchungen - Tumormarker

Hierzu erhalten Sie auf Wunsch in unserer Praxis eine ausführliche und gut verständliche Patienteninformation

Diese Untersuchungsmöglichkeiten sind im Kapitel „Brustdiagnostik“ ausführlich beschrieben

Die Vaginalsonografie ist die wichtigste und effektivste Methode zur Diagnostik von Veränderungen am Eierstock und an der Gebärmutter.
Die Unterscheidung von Eierstockstumoren und ihre Zuordnung zu gutartigen oder bösartigen Formen ist schwierig und erfordert eine gute Gerätetechnik und viel Erfahrung.

Das Besondere

Seit 1.6.2013 verfügen wir über ein neues Hochleistungs-Ultraschall-Gerät , das neue Standards setzt und sich ideal auch zur Diagnostik von Eierstock- und Gebärmutter- und Harnblasen-Veränderungen nutzen lässt

Das Gerät verfügt über modernste 3D- und 4D-Optionen, sowie über hochempfindliche Farb-Doppler-Module.

HDlive imaging ist eine neue Ultraschall-Technik, 
die sich insbesondere durch eine aussergewöhnlich 
realistische anatomische Darstellung auszeichnet. Sie ermöglicht Darstellungen mit enormer Tiefe 
und offenbart selbst versteckte Details.

Bei der kontroversen Debatte über eine präventive Vaginal-Sonografie wird die Betrachtung oft unsachgemäß verkürzt auf die Früherkennung des Eierstockkrebses.

Dabei wird vergessen, dass der Ultraschall des inneren Genitale ein viel weiterreichendes Aufgabenfeld besitzt:

  • die Feststellung von Funktionszuständen des Eierstocks als auch die Erkennung von gutartigen wie bösartigen Tumoren und Entzündungszuständen. Hier ist die zusätzliche Farbdoppler-Untersuchung sehr bedeutsam und hilfreich
  • die Diagnose, etwa einer Endometriose
  • die Diagnose von Veränderungen an der Gebärmutter ( Myome , Gebärmutterkrebs ), die einer Operation zugeführt werden müssen
  • die Diagnose von Veränderungen der Gebärmutterform und Gebärmutterschleimhaut bei Kinderwunsch

Häufigkeit

Etwa jede siebte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Darm. Im Jahr 2008 erkrankten etwa 35.000 Männer und 30.000 Frauen, hinzu kommen insgesamt etwa 4.500 in situ Tumoren (= Vorstufen von Krebs) . Knapp zwei Drittel der Erkrankungen treten im Dickdarm auf, etwa 30 % betreffen den Enddarm, die übrigen verteilen sich auf den Übergang zwischen Dick- und Enddarm (Rektosigmoid) bzw. den Analkanal

Gesetzliche Früherkennungs-Massnahmen

Im Rahmen der Krebsfrüherkennung können gesetzlich krankenversicherte Personen im Alter von 50 bis 54 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes
Blut im Stuhl durchführen lassen ( = Hämmoccult-Test ) .

Ab dem Alter von 55 Jahren besteht ein Anspruch auf eine Darmspiegelung
(Koloskopie). Bei dieser Untersuchung kann gegebenenfalls eine Entfernung von Darmpolypen, die sich potentiell zu bösartigen Tumoren entwickeln
könnten, erfolgen.
Bei unauffälligem Befund besteht Anspruch auf eine Wiederholungs-Koloskopie
nach zehn Jahren. Alternativ zur Koloskopie können Versicherte ab dem Alter von 55 Jahren alle zwei Jahre den o.g. Stuhltest durchführen lassen. Bei einem auffälligen Befund besteht ein Anspruch auf Abklärung durch Koloskopie

Empfehlung

Hohe Sicherheit durch den immunologischen Stuhltest (IST) . Dieser neue Stuhltest bietet im Vergleich zu dem einfachen Stuhltest ( = Hämoccult) eine wesentlich verbesserte, sicherere Früherkennung von Blutungsquellen im Dünn-und Dickdarm.
Auch die Durchführung des IST ist einfacher, da Sie nur eine einzige Stuhlprobe benötigen und somit das Sammeln von Stuhlproben über 3 Tage entfällt.

Der IST sollte ab dem 45. Lebensjahr jährlich durchgeführt werden

Hierzu erhalten Sie in unserer Praxis eine ausführliche und gut verständliche Patienteninformation

Häufigkeit

Etwa 16.000 Personen, gut ein Viertel davon Frauen, erkrankten in 2008 an einem Blasenkarzinom
Die Erkrankungsraten steigen mit dem Alter stetig an, nur etwa jede(r) Fünfte erkrankt vor dem 65. Lebensjahr
Tabakkonsum ist der wesentliche Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs

Gesetzliche Früherkennungs-Massnahmen

Eine gesetzlich vorgegebene Früherkennungs-Massnahme ist bisher nicht existent.
Im Rahmen der normalen Krebsvorsorge wird der Urin lediglich durch einen Streifenschnell-Test auf Bakterien , Zucker etc. untersucht

Hohe Sicherheit durch den immunologischen Blasentest – Bladder Check – NMP22

Dieser Test bietet als einfaches und schnell durchführbares Testverfahren die Möglichkeit der Früherkennung des Harnblasenkarzinoms , idealerweise zusammen mit dem 3D-Ultraschall der Blase im Rahmen der Vaginalsonographie

Das Testverfahren basiert auf der Bestimmung eines Einweisstoffes aus dem Zellkern, der ein Hinweis auf das Vorliegen eine Blasentumors sein kann. Dieser Tumormarker NMP22 ( = nukleäres Matrixprotein 22) ist in den USA von der FDA als einziger Marker für die Früherkennung und Nachsorge des Harnblasenkrebses zugelassen

Innerhalb von 30 min liegt das Ergebnis in der Praxis vor

Die Konsequenz, die sich zunächst aus einem solchen Testergebniss ergibt ,ist die Blasenspiegelung ( Zystoskopie) mit evtl. gleichzeitiger Gewebsentnahme

Empfehlung

Folgende Personen sollten diesen Test in Anspruch nehmen :
Raucher ( auch ehemalige Raucher), Berufsgruppen wie Feuerwehrleute, Friseure , Maler, Lackierer, Schreiner , Tankwarte , LKW-Fahrer

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Das Humane Papillomavirus (HPV) ist ein Virus, das sexuell uebertragen wird. Viele Menschen sind durch dieses Virus infiziert ohne es zu wissen, denn irgendwann in ihrem Leben kommt nahezu jede sexuell aktive Frau mit dem Virus in Kontakt. Rund 80 % aller Frauen infizieren sich damit im Laufe ihres Lebens. In der Regel bekämpft das körpereigene Immunsystem das Virus erfolgreich, sodass die Viren innerhalb weniger Monate wieder aus dem Körper eliminiert werden.

Von den bis heute entdeckten ca. 100 verschiedenen HPV-Typen, sind einige für den Menschen von gesundheitlicher Bedeutung. So werden z.B. einige gutartige Warzen, die besonders bei Kindern und Jugendlichen an Händen und Beinen zu finden sind ,durch HPV-Viren verursacht.
Auch die recht häufig auftretenden sog. Feigwarzen ( = Condylome) im Genitalbereich werden durch bestimmte HPV-Typen verursacht. Auch diese Typen gehören zu den sog. Niedrig-Risiko ( low-risk) – HPV-Typen und könne auch wieder von allein verschwinden

Bei wenigen Frauen allerdings findet man die sog. Hoch-Risiko (high risk) – HPV-Typen, die nicht durch die eigene Immunabwehr beseitigt werden . Genau diese Frauen tragen ein deutlich erhöhtes Risiko , an Gebärmutterhalskrebs ( Zervixkarzinom ) zu erkranken. Das Risiko ist 300 Mal höher zu erkranken als bei Frauen, deren HPV Test negativ ist.

Die Übertragung erfolgt ausschliesslich sexuell, sodass ein effektiver Schutz nur durch konsequenten Gebrauch von Kondomen zu gewährleisten ist.

Seit den 70er Jahren ist eine massive Zunahme von genitalen HPV-Infektionen, vor allem bei jüngeren Frauen, zu beobachten.

Gesetzliche Regelungen

Gesetzlich krankenversicherte Frauen ab dem 20. Lebensjahr haben einmal im Jahr einen Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung von Krebserkrankungen des Genitales, wobei im Rahmen dieser Untersuchung der sog. Krebsabstrich ( auch „Pap-Test“) durchgeführt wird.
Dank dieses Tests konnte die Gebärmutterhalskrebsrate weltweit dramatisch gesenkt werden. Dieser konventionelle Test hat jedoch seine „diagnostischen Lücken“, die durch einen ergänzenden HPV-Test geschlossen werden kann.

Nur bei auffälligem Pap-Test kann der ergänzende HPV-Test über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Durch den zusätzlichen HPV-Test kann der Pap-Test bestätigt oder möglicherweise entkräftet werden, d.h. mehr Sicherheit .

Nur bei positivem HPV-Test müssen weitere Massnahmen getroffen werden, um die Entstehung einer Gebärmutterhalskrebses zu vermeiden. Denn

Ein auffälliges Ergebnis bei dieser Vorsorgeuntersuchung kann jedoch durch einen zusätzlichen HPV-Test bestätigt, oder möglicherweise sogar entkräftet werden. Denn ohne HPV, kein Gebärmutterhalskrebs!

Ausführlicheres dazu finden Sie im Kapitel „Zervixkarzinom“

Die aktuelle Empfehlung

HPV-Test als Ergänzung zum normalen Krebs-Abstrich ( „Pap-Test“) ab dem 30. Lebensjahr.
Vor dem 30. Lebensjahr ist dieser Test noch nicht zu empfehlen , da bis dahin eine sehr hohe Anzahl von Frauen sich kurzzeitig mit HPV-Viren infiziert und diese auch wieder vom Immunsystem „ entsorgt“ werden, sodass hier die „Gefahr“ bestünde, zu frühzeitig und auch voreilig Massnahmen zur weiteren Diagnostik zu treffen.

Der bisher als einziger von der FDA zugelassene Test ist der Hybrid- Capture-II (hc2)-Test, den wir auch in unserer Praxis verwenden.

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Inzwischen gibt es einen Impfstoff gegen humane Papillomaviren. Hiermit können die häufigsten Formen (Typen 16 und 18: verantwortlich für 75% der Krebsarten des Gebärmutterhalses, Typen 6 und 11 : verantwortlich für 90% aller Genitalwarzen) bekämpft werden. Damit schützt die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen, aber auch gegen Genitalwarzen, und Krebsvorstufen des Scheidenkrebses.

Den besten Schutz bietet die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Daher ist die Impfung bereits für junge Mädchen empfehlenswert. Aber auch später schützt die Impfung vor Virustypen, mit denen noch kein Kontakt bestand.

Wichtig : Die meisten Krankenkassen übernehmen die Impfung für Mädchen und junge Frauen zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr.

Trotz erfolgter Impfung sollte die jährliche Krebsvorsorge mit Pap-Abstrich unbedingt durchgeführt werden.

Die häufigste Geschlechtskrankheit in Deutschland ist weitgehend unbekannt, die Chlamydieninfektion.
30.000 neue Fälle treten jedes Jahr auf - mit steigender Tendenz. Die Erreger können bei 2,5 % - 10% aller Mädchen und Frauen, die älter als 14 Jahre sind, nachgewiesen werden, es trifft jedoch vor allem junge Frauen und Männer.

Das Problem bei dieser Infektion sind nicht so sehr die akuten Krankheitszeichen,
sondern vielmehr die möglichen Langzeitfolgen. Insbesondere bei Frauen kann es zu Unfruchtbarkeit kommen bedingt durch die Verklebung der Eileiter.
Zudem wird die Infektion als potentieller Kofaktor bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs angesehen.

Das Tueckische: Jeder zweite mit Chlamydien infizierte Mann und vier von fuenf betroffenen Frauen bemerken von der Infektion nichts !! Die Langzeitschäden sind aber trotzdem möglich und die Infizierten können andere Menschen anstecken

Gesetzliche Regelungen

Seit 2008 sollte bei allen Frauen bis zu einem Alter von 24 Jahren einmal jährlich im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung ein Test auf Chlamydien durchgeführt werden.

Werden Chlamydien gefunden, so werden mit einer antibiotischen Therapie der Patientin und des Partners Spätfolgen vermieden. 

Empfehlung

Im gebärfähigen Alter sollte der Test auf Chlamydien einmal jährlich durchgeführt werden

Tumormarker sind Signalsubstanzen, deren Auftreten mit der Entstehung und dem Wachstum eines bösartigen Tumors häufig einhergehen. 
Tumormarker werden von Krebszellen gebildet und ins Blut abgegeben, oder ihre Bildung wird durch eine Krebserkrankung ausgelöst. Durch eine Blutabnahme lassen sich diese Tumormarker nachweisen.

Zwischen dem Anstieg der Marker und der klinischen Manifestation eines Tumors liegen im Durchschnitt sechs Monate. Es gibt aber auch Fälle von bösartigen Erkrankungen bei denen die Tumormarker im Blut nicht erhöht sind.

Den „idealen“ Tumormarker gibt es bislang noch nicht, trotzdem unterstützen diese Marker die Tumordiagnostik und ermöglichen eine Verlaufskontrolle bei Erkrankung.

Frauen aus Risikogruppen, in denen familiär gehäuft eine bestimmte Krebserkrankung auftritt, wird eine regelmäßige Kontrolle der jeweiligen Marker empfohlen.

Die Bestimmung folgender Tumormarker sind empfehlenswert :

CEA

  • zur allgemeinen Tumorsuche, bei familiärer Darm-, Bauspeicheldrüsen-,Brust-,Magen- und Lungenkrebsbelastung

CA15-3

  • bei familiärer Brustkrebsbelastung

CA12-5

  • bei familiärer Eierstockkrebsbelastung

CA12-5 Test

  • Der Ca12-5 Test ist einer der wenigen Tumormarkerbestimmungen, die zur Früherkennung geeignet sind.

    (Vergleichbar der PSA-Bestimmung auf Prostatakrebs beim Mann).

    In Kombination mit der Vaginalsonographie erzielt diese Methode eine hohe Sicherheitsrate insbesondere bei familiärer Belastung.

Blutbild und weitere Blutuntersuchungen

Weitere sinnvolle Blutuntersuchungen können nach Absprache durchgeführt werden

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