Es ist unsere ärztliche Pflicht, eine Frau in den Wechseljahren über die Risiken des mit dem Klimakterium beginnenden chronischen Östrogenmangels aufzuklären. Nur so hat sie die Möglichkeit , eine eigenverantwortliche Entscheidung über eine prophylaktische oder symptombezogene Behandlung zu treffen.

Die Beschreibung möglicher gesundheitlicher Folgen bei Östrogenmangel würde hier den Rahmen sprengen.

Hierzu bedarf es einer ausführlichen intensiven Beratung, die ich Ihnen gerne anbieten kann.

im Rahmen der Evolution ging die Entwicklung beim Menschen dahingehend weiter, dass die Lebenserwartung permanent anstieg und nun plötzlich weit über jenen Zeitraum hinausreicht zu dem die Fortpflanzungsfähigkeit endet

diese Zunahme der Lebenserwartung führt nun zu einem Problem: der Bordcomputer Hormone verliert in der zweiten Lebenshälfte der Frau seine Funktionsfähigkeit. Mit anderen Worten : das Computersystem, dass Schwangerschaften und Geburten steuert und auch für viele andere Körperfunktionen verantwortlich ist, hat seine Funktion in erheblichem Maße eingeschränkt, folglich können Probleme auftreten.

Denn : Hormone sind auch Wachstumsfaktoren für verschiedene Organsysteme wie Knochen, Muskeln, Kollagen und Gelenke.

Zunehmende Lebenserwartung lässt Altersbeschwerden häufiger werden Aufgrund der stetig steigenden Lebenserwartung spielen typische Alterserkrankungen in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle. Frauen werden heute im Schnitt fast 82 Jahre alt.

Die Zeit in und nach den Wechseljahren macht damit fast 35% ihres gesamten Lebens aus !! In dieser noch sehr langen Lebensphase nach den Wechseljahren fehlen Hormone und das hat Folgen, die durch eine individualisierte Hormonzufuhr beherrschbar ( behandelbar) sind

„ Klimakterisches Syndrom“ ist eine Bezeichnung für die verschiedenartigen mit dem Klimakterium verbundenen bzw. durch den Ausfall der Östrogenproduktion verursachten z. T. sehr unterschiedlichen Beschwerdebilder

Unter klimakterischen Beschwerden versteht man in erster Linie Beeinträchtigungen wie

  • Hitzewallungen
  • Schwitzen
  • Herzbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • depressive Verstimmungen
  • Nervosität und Reizbarkeit
  • Leistungs- und Gedächtnisminderungen, nicht zuletzt aber auch
  • Libidoveränderungen und
  • Beschwerden beim Wasserlassen (häufiger Harndrang)

Bei diesen Beeinträchtigungen sind mit einer Hormonersatztherapie (HRT) zuverlässig gute Wirkungen zu erzielen, wenn auch eindeutig ist. dass alle diese Beschwernisse durch verschiedene Faktoren verursacht bzw. beeinflusst sein können.

Die Östrogenmangel-bedingten atrophischen Veränderungen an Schleimhäuten (Augen, Mund, Nase) sowie Haut und Vaginalhaut sind häufig mit Beschwerden verbunden.

  • Eine Atrophie der Vaginalhaut führt nahezu ausnahmslos zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr;
  • Atrophische Veränderungen von Hornhaut und Bindehaut bedingen - zumal bei eingetretener Unterfunktion der Tränendrüsen – nicht selten eine Binde-und Hornhautentzündung;
  • Bei der ebenfalls nicht seltenen Atrophie der Tränenkanäle kommt es zum Tränen der Augen;
  • Hauterkrankungen wie Ekzeme und Schuppenflechte nehmen an Häufigkeit zu.

Zu beachten ist ferner, dass es bei Fehlen von Östrogenen zu einem Überwiegen der Androgen-Wirkungen mit Auftreten von entsprechenden androgenetischen Erscheinungen kommt:

  • Die Haare werden dünner und können leichter ausfallen.
  • Zudem können Seborrhoe und sog. Hautunreinheiten auftreten und
  • die Stimme kann tiefer werden

Da dem Abfall der Östrogene in der Übergangsphase zum Klimakterium ein Defizit an Progesteron (Gelbkörperhormon) vorausgeht und für diese Lebensphase wechselnde Östrogenspiegel charakteristisch sind, kann es zu Unregelmäßigkeiten bzw. Störungen der Menstruations-Blutungen kommen.

Meist reicht hier eine sog. zyklische Gelbkörperhormontherapie

Die Ursache solcher Blutungsstörungen muss jedoch immer durch eine ausführliche gynäkologische Untersuchung abgeklärt werden

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