Bei etwa 50% der Frauen ist in der Postmenopause eine Osteopenie (Verminderung der Knochendichte, aber noch keine Osteoporose ) festzustellen,

Bei etwa 35 % findet sich eine Osteoporose, d.h. eine systemische Skeletterkrankung, deren Charakteristika eine Erniedrigung der Knochenmasse und Störungen der Mikroarchitektur des Knochengewebes sind und dementsprechend Knochenbrüche zu erwarten sind:

  • Etwa 15% der Frauen im Alter ab 50 Jahren erleiden - wenn keine Prävention stattfindet in ihrem weiteren Leben ein Oberschenkelhalsfraktur,
  • Etwa 15% eine Unterarmfraktur und
  • Etwa 25 - 40 % eine Wirbelkörperfraktur.

Der WHO nach ist die Osteoporose - weltweit gesehen- eine der 10 wichtigsten Erkrankungen.

In Deutschland sind etwa 8 Mio. Patienten betroffen, zu über 80 % Frauen im Klimakterium !!!!

Nach einer Oberschenkelfraktur versterben etwa 20 % der Frauen innerhalb eines Jahres, etwa 30 % werden dauerhaft pflegebedürftig; die gesamten Osteoporose-Krankheitskosten belaufen sich auf ca. 6 Mrd. Euro pro Jahr

Der Östrogenmangel spielt in der Entstehung der postmenopausalen Osteoporosen die entscheidende Rolle, zumal dann, wenn die Frauen in jüngeren Jahren nicht ihre maximale Knochenmasse aufbauen konnten (Ursachen: genetische Disposition, späte Menarche, Fehlernährung, mangelnde körperliche Aktivitäten)
Weitere Osteoporose- Risikofaktoren, die ebenfalls auf die wichtige Bedeutung der Östrogene hinweisen, sind wie folgt:

  • Beidseitige Eierstocksentfernung erfolgt
  • Früh eingetretene Menopause (Climacterium praecox),
  • Langdauernde Lebensphasen ohne Menstruation und Eisprung (bei Hochleistungssport, Anorexia nervosa),
  • Untergewicht (verringerte Bildung von Östron),
  • Zigarettenrauchen (verstärkter Abbau von Östradiol),
  • keine Geburten

Wichtige von aussen kommende, durchaus beeinflussbare Osteoporose-Risikofaktoren sind:

  • Immobilisation,
  • Vitamin-D-Mangel,
  • Kalziumarme, phosphatreiche Ernährung,
  • Übermäßiger Kaffee- und Alkoholkonsum,
  • Anwendung von Glukokortikoiden, Thyroxin, Laxantien (=Abführmittel) , Heparin in hohen Dosen, Benzodiazepinen und Antikonvulsiva.

Die Indikation zu einer Hormonersatztherapie ist - sofern keine Gegenanzeigen vorliegen - bei Bestehen schwerwiegender klimakterischer Beschwerden sowie bei Risiken für die Entwicklung einer Osteoporose auch nach Publikation der zu einem großen Teil fehlinterpretierten Daten der Studie der US-amerikanischen Women's Health Initiative (WHI) eindeutig gegeben

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