Transdermale Kontrazeption (Pflaster)

Zur transdermalen Kontrazeption steht das Pflaster Evra® zur Verfügung, das Norelgestromin (Hauptmetabolit des Norgestimats) und Ethinylestradiol enthält . Das Pflaster ist 4,5 x 4,5 cm groß.

Wie erfolgt die Anwendung ?

Es wird einmal pro Woche immer am gleichen Wochentag auf die Haut (z.B. Oberarm oder Gesäß) geklebt. Nach drei Pflastern folgt eine siebentägige Pause. Das Pflaster enthält Wirkstoff für neun Tage, sodass ein nicht erfolgter rechtzeitiger Wechsel eines Pflasters keine Auswirkungen auf die Sicherheit hat .

Welche Risiken gibt es ?

Es besteht ein größeres Risiko für thromboembolische Komplikationen gegenüber den oralen Präparaten. Die transdermale Gabe von Ethinylestradiol ist eine wesentlich höhere Belastung für den Leberstoffwechsel als die transdermale Gabe von Estradiol bei der Hormonersatztherapie.

Wie hoch ist die Sicherheit ?

Das Wirkprinzip ist die Ovulationshemmung. Die kontrazeptive Sicherheit ist analog den KOK gut. Die gleichzeitige Einnahme von Tetrazyklinen( Antibiotikum ) mindert die kontrazeptive Sicherheit nicht.

Wie ist die Zyklusstabilität ?

Nach drei Pflastern findet in der vierten pflasterfreien Woche regelrecht die Hormonentzugsblutung statt. Zusatzblutungen treten in den ersten Zyklen häufiger auf als bei der oralen Kontrazeption. Nach drei Zyklen entsprechen sie etwa denen der Pille .

Gibt es Nebenwirkungen ?

Das Aufkleben des Pflasters ist unkompliziert, die Klebeeigenschaften sind gut, bei ca. 2% löst es sich. Gelegentlich können die Schmutzrändern als störend empfunden werden. Ein Saunabesuch, Baden im Whirlpool oder kaltes Wasser beeinträchtigen die Resorption der Hormone über die Haut nicht. Kopfschmerzen, Schmerzen während der Menstruation und Übelkeit treten etwa gleich häufig auf wie bei oralen Kontrazeptiva, Brustspannen dagegen häufiger.
Hautreaktionen kommen durchschnittlich bei 17,4% vor

© 2017 - Frauenarzt J. Kinnling - Impressum - Besuch uns auch auf Facebook