Als Alternativen bieten sich an :

1. Nahrungsergänzungsmittel /pflanzliche Präparate /Vitamine

  • Isoflavone aus Soja / Rotklee
  • Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
  • Dong Quai ( Angelica senensis)
  • Yamswurzel (Dioscorea mexicana)
  • Nachtkerzenöl (Oenonthera biennis)
  • Ginseng (Panax ginseng)
  • Ginko (Gingko biloba)
  • Lakritze (Glycyrrhia glabra)
  • Baldrian (Valeriana officinalis)
  • Hopfen ((Humulus lupulus)
  • Vitamin E

2. Nicht hormonale Therapien

  • SSRIs : Paroxin, Fluoxetin, Venlafaxin
  • Anitkonvulvivum : Gabapentin

Als Alternative zur klassischen Hormon-Substitutionstherapie werden zunehmend auch in Deutschland Phytoestrogene angeboten.

Zu den Phytoöstrogenen zählen die

  • Isoflavonoide (Genistein, Daidzein/Equol) und die
  • Lignane (Enterolacton, Enterodiol)

Phytoöstrogene sind in Pflanzen vorkommende Substanzen, die über sog. Östrogenrezeptoren ähnliche Wirkungen ausüben wie die körpereigenen Östrogene

Sojazubereitungen besitzen aufgrund ihres Isoflavongehaltes das größte Wirkpotential. Isoflavone stellen außerdem die am besten untersuchte Klasse der Phytoestrogene dar.

Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand sind Sojasupplemente in der Lage, klimakterische Beschwerden geringfügig zu reduzieren. Die Effektivität der Wirkung ist nicht mit jener einer HRT vergleichbar.

Hormonmangelbedingte Veränderungen am Scheiden- und Blasengewebe ( = Urogenitale Atrophien ) sind durch Isoflavone nicht behandelbar.

Daten, um Isoflavone zur Prävention der Osteoporose zu empfehlen, liegen noch nicht vor. Ein großes Wirkpotential muß den Isoflavonen im Bereich Herzkreislauf zugesprochen werden. Sojaprotein mit Isoflavonen ist in der Lage, die Blutfette insbesondere erhöhte Cholesterinwerte positiv zu beeinflussen. Der antientzündliche Effekt von Isoflavonen sowie direkte Wirkungen an der Gefäßwand mit Verbesserung der Gefäßelastizität stellen weitere Wirkmechanismen im Rahmen der Schutzfunktionen im Bereich Herzkreislauf dar.

Soja enthält die Substanzen Genestein und Daidzein der Isoflavongehalt von Soja und Sojaprodukten ist sehr variabel

Sojasupplemente unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung von der Sojabohne an sich sowie von typischen asiatischen Sojazubereitungen. In Asien verwendete Sojalebensmittel, wie z. B. Miso und Tempeh, sind vorwiegend fermentiert. Die Mikroorganismen, die zur Herstellung eingesetzt werden, bewirken die Unterschiede, die für die Bioverfügbarkeit und Wirkung von entscheidender Bedeutung sein können Sojaproteinisolate (SPI) können heute in eine Vielzahl von Nahrungsmitteln, wie z. B. Brot und Muffins, inkorporiert werden. Sojatabletten enthalten reine Isoflavone ohne Proteinanteil .

Rotklee enthält Genestein und Daidzein Biochanin A und Formomonetin stellen methylierte Vorstufen von Genestein und Daidzein dar und tragen zusätzlich zur Wirkung von Rotklee bei

Um täglich 50 mg Isoflavone zu sich zu nehmen, ist beispielsweise eine Menge von 500 ml Sojamilch nötig. Der Isoflavongehalt von Nahrungsmitteln variiert allerdings. Bevorzugt werden Supplemente aus Rotklee und Soja eingesetzt, aber auch die Zusammensetzung dieser Supplemente unterliegt Schwankungen.

Japanerinnen nehmen bei traditioneller Ernährung bis zu 200 mg Isoflavone/d auf. Die durchschnittliche Isoflavonaufnahme in asiatischen Ländern beträgt 50 mg/d

Eine Ernährung mit typischen amerikanischen und europäischen Lebensmitteln dagegen bietet weniger als 5 mg Isoflavone/d

Die Traubensilberkerze gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Ihr Wurzelstock wird nach Fruchtreife mit Alkohol zu einem Trockenextrakt verarbeitet.

Dieser Extrakt wird bei neurovegetativen und psychischen Beschwerden im Klimakterium eingesetzt.

Die eigentlich wirksame Substanz von Traubensilberkerze-Extrakten ist bis heute nicht endgültig identifiziert, bekannte Phytoöstrogene waren in den Extrakten nicht nachweisbar

Extrakte stehen als Monopräparate oder in Kombination mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) zur Verfügung

Die Präparate können sich aufgrund variierender Extraktionsverfahren in ihrer Zusammensetzung unterscheiden.

z.B. Remifemin ( 2x1 bis zu 3x2 )

Studienergebnisse zur Wirksamkeit von Cimicifuga auf klimakterische Beschwerden sind widersprüchlich. In einer neuen Analyse zur Minderung klimakterischen Beschwerden mit über 1.000 Frauen in den Wechseljahren war kein eindeutiger Effekt auf klimakterische Beschwerden nachweisbar

Dong Quai

In der chinesischen Medizin spielt Dong Quai (Angelica sinensis ) bei Frauenkrankheiten eine wichtige Rolle und wird überwiegend in Kombinationen eingesetzt. Eine Studie, die Dong Quai mit Placebo verglich, zeigte jedoch keinen Effekt auf klimakterische Beschwerden

Yamswurzel

In einer placebokontrollierten Studie, die über drei Monate durchgeführt wurde, konnte für die Yamswurzel (Dioscorea villosa) keine Wirkung auf klimakterische Beschwerden nachgewiesen werden

Nachtkerzenöl

In einer ebenfalls placebokontrollierten Studie war mit dem Öl der Nachtkerze (Oenothera biennis ) für die Therapiedauer von sechs Monaten eine Linderung klimakterische Beschwerden ebenfalls nicht nachweisbar

Ginseng

Auch für Ginseng (Panax ginseng) besteht bei limitierter Datenlage kein Hinweis auf die Reduktion von Hitzewallungen

Andere Substanzen

Es existieren keine speziellen Studien für Ginkgo (Ginkgo biloba), Lakritze (Glycyrrhiza glabra), Baldrian (Valeriana officinalis) und Hopfen (Humulus lupulus)

Substanzen wie Venlafaxin, Paroxetin und Fluoxetin gehören zur Gruppe der Selective Serotonin Reuptake Inhibitors (SSRI). Sie zählen zu den Antidepressiva und reduzierten in Kurzzeitstudien Hitzewallungen um 50-60%.

Unter Venlafaxin beispielsweise werden Hitzewallungen schnell innerhalb von ein bis zwei Wochen gemindert. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung, Mundtrockenheit und Appetitlosigkeit können auftreten.

Unter Paroxetin zeigten sich im Experiment Wechselwirkungen mit Tamoxifen, wobei es zu einem Konzentrationsabfall der Tamoxifen-Hauptmetaboliten kam. Fragen der Anwendungssicherheit bei Patientinnen mit Brustkrebs sind damit noch nicht endgültig beantwortet

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