Untersuchungen nach den gesetzlichen Mutterschaftsvorsorge-Richtlinien (MuVo_RL) (=Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen )

Die Mutterschaftsvorsorge-Richtlinien (MuVo-RL) geben den Ablauf der durchzuführenden Untersuchungen in der Schwangerschaft bei gesetzlich krankenversicherten Schwangeren vor.

Sie können sich die Richtlinien als PDF-Datei herunterladen

Nachfolgend möchte ich Ihnen auflisten, welche Untersuchungen im Rahmen der gesetzlichen Mutterschaftsvorsorgerichtlinien (= MuVo ) im Verlauf der Schwangerschaft durchgeführt werden. Nach Feststellung Ihrer Schwangerschaft wird ein Ultraschall durchgeführt, um berechnen zu können in welcher Schwangerschaftswoche Sie sich befinden.

Sobald erstmalig ein Embryo mit Herzschlag sichtbar ist, wird dann eine Blutentnahme durchgeführt, damit die für die Ausstellung des Mutterpasses wichtigen Laborwerte erhoben werden können. Dies sind neben dem Blutbild und Informationen über einen möglichen Eisenmangel insbesondere Ihre Blutgruppe mit Rhesusfaktor, ein sogenannter Antikörper-Suchtest sowie der gesetzlich vorgeschriebene Suchtest auf Geschlechtskrankheiten und die Überprüfung Ihres Schutzes gegen eine Röteln- und Windpockeninfektion.

Zusätzlich wird ein Abstrich aus dem Gebärmutterhals entnommen als Suchtest auf Chlamydien (spezielle Bakterien), die für eine vorzeitige Wehentätigkeit verantwortlich sein können. Der Suchtest kann auch im Urin erfolgen

Ein HlV-Test kann auf Wunsch zusätzlich durchgeführt werden.

Gleichzeitig mit der Blutentnahme für den Mutterpaß wird Ihnen allgemeines Informationsmaterial über Schwangerschaft und Geburt von uns zusammengestellt und ausgehändigt.

Der nächste Kontrolltermin erfolgt nach ca. zwei Wochen mit Besprechung des Mutterpasses und der Laborwerte.

Die weiteren Vorsorgeuntersuchungen - immer einen normalen Schwangerschaftsverlauf vorausgesetzt - finden zunächst im 4-Wochen-Rhythmus statt, ab der 30. Woche dann in 2-wöchigem Abstand, sodass insgesamt etwa 12 Untersuchungen erfolgen.

Im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung wird jedes Mal der Urin auf Veränderungen untersucht, die dann im Mutterpass an entsprechender Stelle dokumentiert werden.

Des weiteren wird auch direkt Ihr Blutdruck gemessen, so dass diese Daten inklusive der Urinuntersuchung bereits vorliegen und in den Mutterpass eingetragen sind, wenn Sie zur Besprechung kommen.

Im Anschluß an die Besprechung erfolgt die normale gynäkologische Untersuchung, wobei je nach Schwangerschaftszeitpunkt und Notwendigkeit jeweils Scheidenabstriche durchgeführt werden, mit deren Hilfe Scheideninfektionen ausgeschlossen werden.

Scheideninfektionen können unerkannt und unbehandelt zu Problemen führen, rechtzeitig erkannt sind sie jedoch einfach und gut behandelbar

Zwischen der 24. Und 28. Woche wird der Blutzuckerbelastungstest durchgeführt, um frühzeitig einen Schwangerschafts-Diabetes erkennen und somit gut behandeln zu können. Dazu müssen Sie eine zuckerhaltige Lösung trinken und eine Stunde später wird mittels Blutentnahme der Blutzucker gemessen

Zwischen der 25. und 28. Woche wird erneut der in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehene Antikörper-Suchtest im Blut durchgeführt. Falls Ihre Blutgruppe Rhesus negativ ist, erhalten Sie zwischen der 28. - 30. Schwangerschaftswoche eine sog. Anti-D-Spritze, um eine ansonsten mögliche Erkrankung des Kindes im Mutterleib zu verhindern.

Eine weitere Blutentnahme erfolgt nach der 32. Woche, da hier ein Suchtest hinsichtlich Leberentzündung ( = Hepatitis B) durchgeführt wird. Dies ist besonders wichtig, da bei einer von Ihnen unerkannt durchgemachten Infektion Ihr Baby direkt nach der Entbindung geimpft werden müsste und somit keine weiteren Gefahren für das Neugeborene mehr bestünden.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche werden wir in regelmäßigen Abständen, insbesondere bei Unterbauchschmerzen, mit dem Wehenschreiber, (genannt " CTG") kontrollieren, ob eine Neigung zu vorzeitigen Wehen besteht. Jenseits der 26. Woche ist es dabei üblich, gleichzeitig die Herztöne des Babys aufzuzeichnen, um sich somit ein Bild über das Wohlbefinden des Ungeborenen zu machen.

Insgesamt sind 3 Ultraschalluntersuchungen im Laufe der Schwangerschaft gesetzlich vorgeschrieben und werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Diese Untersuchungen zwischen der

9. - 12. Woche, der
19. - 22. Woche und der
29. - 32. Woche

haben die Aufgabe, Hinweiszeichen auf eine schwere Fehlentwicklung des Kindes oder eine Wachstumsstörung zu entdecken.

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