Lange Zeit stand keine wirklich zuverlässige Methode der Schwangerschaftsverhütung zur Verfügung, die Frauen in die Lage versetzt hätte, für sich selbst zu entscheiden, ob und wann sie schwanger werden wollen.
Als frühester Beleg für Kontrazeptiva (= Verhütungsmittel) gilt der 4.000 Jahre alte Papyrus Kahun aus Ägypten. Er empfiehlt den teilweisen Verschluss der Scheide mit einer Mischung aus Naturkautschuk, Honig, Soda und Steinsalz oder mit einer Paste aus Krokodildung und Sauermilch.
Die medizinischen Schriften der Griechen und Römer empfahlen Tampons, die mit Tinkturen auf Olivenölbasis getränkt wurden. Im dritten und fünften Jahrhundert plädierten jüdische Rabbiner für Vaginalschwämme, eine Barrieremethode, die etwa um das Jahr 1830 erneut verbreitet angewendet wurde. Etwa im Jahr 600 n. Chr.
rieten byzantinische Ärzte dazu, den Muttermund vor dem Geschlechtsverkehr mit speziellen Salben zu bestreichen. Männer wurden dazu angehalten, ihre Genitalien mit Essig oder Salzwasser zu waschen
Eine Reihe von Quellen besagen, dass die ersten Kondome bereits zur Zeit der Römer zum Einsatz kamen. Seit dem Mittelalter historisch dokumentiert ist die Anwendung von Schafdarm, Ziegenblasen und kleinen Säckchen aus Fischhaut oder Leinen. Sie wurden mit Seidenbändern am Penis befestigt und aus Kostengründen für gewöhnlich mehrmals verwendet.
Kondome wurden erst sicherer, nachdem Charles Goodyear im Jahr 1839 die Vulkanisation von Kautschuk erfunden hatte. Im Jahr 1870 begann die Massenproduktion von Gummikondomen.
Latex wurde erstmals 1930 als Material verwendet.
1960 wurde die erste Pille in den Vereinigten Staaten zugelassen
Kurze Zeit später, im Jahr 1961, folgte in Europa die Einführung der von Schering entwickelten Pille Anovlar®.

Zurzeit befinden sich 17,2 Millionen Frauen (41% aller Frauen) in Deutschland im reproduktiven ( = schwangerschaftsfähigen) Alter und benötigen gegebenenfalls eine wirksame Methode zur Familienplanung.

Bei der Wahl der Verhütungsmethode spielt die Sicherheit der Methode die entscheidende Rolle. Sie wird gemessen mittels des sog. Pearl-Index PI, benannt nach dem amerikanischen Biologen Raymond Pearl (1879-1940 )

Der PI gibt die Versagerquote der gewählten Verhütungsmethode an

Bei regelmässigem ungeschütztem Verkehr wird der PI auf 85 geschätzt und nimmt mit steigendem Alter ab : PI etwa 50 bei einer 35 jährigen Frau , PI etwa 30 bei einer 40 jährigen Frau

Ganz einfach :

Eine Verhütung (Kontrazeption) sollte beginnen, wenn sie notwendig wird und enden, wenn sie es nicht mehr ist

Der Beginn einer notwendigen Verhütung ist einfach festzulegen : dann , wenn mit Geschlechtsverkehr begonnen wird

Schwieriger beantworten lässt sich die Frage, wann man denn mit der Verhütung aufhören kann.

Solange eine Frau eine Regelblutung hat, muss man davon ausgehen, dass der Eierstock noch eine gewisse Aktivität besitzt, sodass auch noch ein Eisprung stattfinden kann, nicht unbedingt in jedem Zyklus , aber prinzipiell immer noch möglich. Erst dann ,wenn keine Menstruation (Regelblutung) mehr eintritt, kann man davon ausgehen, dass keine Schwangerschaft mehr eintreten kann.

Es wird davon ausgegangen, dass mit 52 Jahren die Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft bei Null liegt.

Ob man jetzt bis zu diesem Alter unbedingt konsequent verhüten möchte, hängt sehr von der persönlichen Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft trotz der extrem niedrigen Chance für den Eintritt einer Schwangerschaft ab

Prinzipiell gibt es bei einer gesunden Frau keinen Grund, eine seit mehreren Jahren problemlos durchgeführte Verhütung frühzeitig zu beenden

Hormonbestimmungen wie FSH und E2 und AMH können hilfreich sein, wobei FSH und E2 von Zyklus zu Zyklus gewissen Schwankungen unterworfen sind

AMH ist etwa 3 bis 5 Jahre vor Eintritt des Klimakteriums nicht mehr messbar und somit nicht ausreichend hilfreich zur Beantwortung der oben gestellten Frage

Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die möglichen Verhütungsmethoden und deren Sicherheit

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